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Was Unternehmen wissen müssen: Die EU Produktsicherheitsverordnung 2024

Am 13. Dezember 2024 tritt die neue EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR) in Kraft, eine signifikante Aktualisierung der aktuellen Sicherheitsstandards und Kennzeichnungsanforderungen für Produkte, die innerhalb der Europäischen Union verkauft werden. In diesem Beitrag finden Sie die wichtigsten Änderungen, die durch die GPSR eingeführt werden, und praktische Ratschläge, wie Unternehmen sich darauf vorbereiten können.

  1. Überblick über die GPSR
  2. Betroffene Akteure und Produkte
  3. Konkrete Änderungen und Anforderungen
  4. Verpflichtungen für Online-Händler
  5. Auswirkungen auf die Produktkennzeichnung und -sicherheit
  6. Technische und logistische Herausforderungen der GPSR-Implementierung
  7. Rechtliche Auswirkungen und Risiken bei Nichtkonformität
  8. Unterstützung und Ressourcen für die Einhaltung der GPSR
  9. Fazit

Zusammenfassung

1. Überblick über die GPSR

Die General Product Safety Regulation (GPSR) ersetzt das bisherige deutsche Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und setzt neue Standards für die Sicherheit von Produkten innerhalb der gesamten Europäischen Union. Diese Verordnung hat das primäre Ziel, die Sicherheit für Verbraucher zu erhöhen und das Vertrauen in den EU-Binnenmarkt weiter zu stärken. Die GPSR führt strengere Kontrollmechanismen ein und definiert klare Verantwortlichkeiten für alle Marktteilnehmer. Für Online-Marktplätze wie Amazon bedeutet dies, dass Seller in der Verantwortung stehen, nur Produkte zu listen, die den neuen strengen Sicherheitsanforderungen entsprechen.

Abb. 1

2. Betroffene Akteure und Produkte

Die GPSR betrifft eine breite Palette von Wirtschaftsakteuren – von Herstellern über Importeure und Bevollmächtigte bis hin zu Händlern. Diese Verordnung gilt für fast alle Konsumgüter, die in der EU vermarktet werden, einschließlich Elektronik, Spielzeug und Kleidung. Ausgenommen von der Regelung sind jedoch spezifische Produktgruppen, wie Lebensmittel und Medikamente, die durch andere, speziellere Vorschriften reguliert werden.

3. Konkrete Änderungen und Anforderungen

Unter der GPSR müssen alle Produkte, die in der EU an Verbraucher verkauft werden, klare und verständliche Sicherheitsinformationen enthalten. Hersteller sind verpflichtet, umfassende Risikoanalysen durchzuführen. Die Verordnung betont, dass die Verantwortung für die Produktsicherheit mit dem Verkauf des Produktes nicht endet. Eine kontinuierliche Überwachung und bei Bedarf auch eine Produktaktualisierung sind erforderlich. Amazon-Händler müssen diese Informationen sichtbar auf ihren Produktseiten darstellen und sicherstellen, dass die Produkte diese fortlaufenden Sicherheitsüberprüfungen bestehen.

4. Verpflichtungen für Online-Händler

Online-Händler, insbesondere auf Plattformen wie Amazon, stehen vor der Herausforderung, dass sie auf ihren Produktseiten umfassende Informationen zu Risiken und Sicherheitshinweisen in der Sprache des jeweiligen Verkaufslandes anbieten müssen. Es ist zudem erforderlich, dass eine EU-Kontaktperson benannt wird, die für die Einhaltung der GPSR verantwortlich ist. Diese Regelungen stellen sicher, dass alle Produkte, die auf Amazon und ähnlichen Plattformen verkauft werden, den hohen Sicherheitsstandards der EU entsprechen und die Verbraucher entsprechend informiert sind.

5. Auswirkungen auf die Produktkennzeichnung und -sicherheit

Die neue Verordnung fordert, dass die Kennzeichnung der Produkte nun auch Angaben zur Identifizierung des Produkts, Warnhinweise und Sicherheitsinformationen beinhalten muss. Diese Informationen müssen leicht verständlich und gut sichtbar sein. Für Amazon-Händler bedeutet dies, dass eine Überarbeitung der aktuellen Etikettierung und Verpackung ihrer Produkte notwendig sein könnte, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Die klar definierten Etikettierungspflichten helfen Verbrauchern, informierte Kaufentscheidungen zu treffen.

Abb. 2

6. Technische und logistische Herausforderungen der GPSR-Implementierung

Die Umsetzung der GPSR stellt insbesondere für kleinere Händler und Hersteller technische und logistische Herausforderungen dar. Viele Produkte müssen möglicherweise neu getestet und zertifiziert werden, um den verschärften Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden. Dies kann eine Überarbeitung der Design- und Herstellungsprozesse erfordern. Besonders für Amazon-Händler, die oft eine Vielzahl von Produkten aus unterschiedlichen Quellen beziehen, bedeutet dies, dass sie ihre Lieferketten genau überprüfen und sicherstellen müssen, dass alle Zulieferer die neuen Anforderungen erfüllen. Darüber hinaus erfordert die Rückverfolgbarkeit von Produkten, dass Händler präzise Aufzeichnungen über jeden Schritt im Lebenszyklus des Produkts führen, von der Herstellung bis zum Endverbraucher.

Abb. 3

7. Rechtliche Auswirkungen und Risiken bei Nichtkonformität

Neben regulatorischen Strafen und möglichen Sanktionen durch Plattformen wie Amazon, bringt die GPSR auch rechtliche Risiken mit sich. Nichtkonformität kann zu zivilrechtlichen Klagen führen, insbesondere wenn ein unsicheres Produkt zu Verletzungen oder Schäden führt. Unternehmen müssen daher nicht nur die GPSR-Anforderungen erfüllen, sondern auch ihre Haftpflichtversicherungen überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Für Amazon-Händler bedeutet dies zusätzlich, dass sie ihre Produkt-Haftpflichtversicherungen aktualisieren müssen, um Risiken abzudecken, die sich aus den strengeren Vorschriften ergeben könnten.

8. Unterstützung und Ressourcen für die Einhaltung der GPSR

Um Unternehmen und insbesondere Online-Händler bei der Einhaltung der GPSR zu unterstützen, bieten sowohl die Europäische Union als auch nationale Behörden verschiedene Ressourcen an. Dazu gehören Leitlinien, Webinare, Schulungen und technische Dokumentationen. Auch Amazon selbst bietet spezielle Programme und Tools für Verkäufer, um die Einhaltung der GPSR zu erleichtern. Dazu zählen etwa Plattformen für das Datenmanagement und automatisierte Systeme zur Überwachung der Produktkonformität.

Abb. 4

FAZIT

Die Einführung der GPSR markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer sichereren Verbraucherumgebung in der EU. Unternehmen, die die neuen Vorschriften frühzeitig implementieren und sich kontinuierlich an die sich ändernden Sicherheitsstandards anpassen, werden nicht nur regulatorische Strafen vermeiden, sondern können auch ihr Markenimage stärken und das Vertrauen der Verbraucher gewinnen.

Speziell für Händler auf Amazon bedeutet die Nichtkonformität mit der GPSR nicht nur das Risiko regulatorischer Strafen, sondern auch direkte Sanktionen durch Amazon selbst. Bei Verstößen gegen die GPSR kann Amazon Produkte von der Plattform entfernen, Verkaufskonten temporär oder dauerhaft sperren und die Sichtbarkeit von Produktlistings reduzieren. Diese Maßnahmen können erhebliche Umsatzeinbußen zur Folge haben und die Handlungsfähigkeit des Händlers auf dem europäischen Markt stark beeinträchtigen.

Daher ist es für Amazon-Händler von entscheidender Bedeutung, die Anforderungen der GPSR ernst zu nehmen und umfassend umzusetzen, um sowohl den Vorgaben der EU als auch den Richtlinien von Amazon gerecht zu werden.

FAQ

Ab dem 13. Dezember 2024 gilt die Verordnung in allen EU-Mitgliedsstaaten.

Die GPSR führt strengere Sicherheitsbewertungen, erweiterte Kennzeichnungsanforderungen und neue Verpflichtungen für Online-Händler ein. Dies umfasst unter anderem spezifische Vorgaben zur Produkttransparenz und Verbraucherinformation.

Unternehmen sollten ihre internen Prozesse überprüfen und anpassen, Mitarbeiter schulen und geeignete Überwachungs- und Rückverfolgbarkeitssysteme implementieren. Für Online-Händler ist es besonders wichtig, ihre Produktlistings auf Konformität mit den neuen Regulierungen zu überprüfen.

Amazon-Händler müssen sicherstellen, dass ihre Produkte den strengen Sicherheitsstandards der GPSR entsprechen. Dies beinhaltet die richtige Kennzeichnung, das Bereitstellen vollständiger Produktinformationen und die Benennung einer EU-Kontaktperson. Nichtkonformität kann zu Sanktionen wie Entfernung von Listings oder Sperrungen von Verkaufskonten führen.

Unter der GPSR müssen Produkte klar und deutlich mit Informationen wie Typen-, Chargen- oder Seriennummer, Sicherheitswarnungen und Kontaktinformationen der verantwortlichen Person gekennzeichnet sein. Für Amazon-Händler bedeutet dies, dass sie alle erforderlichen Informationen in den Produktbeschreibungen auf der Plattform einbeziehen müssen, um Compliance zu gewährleisten und Vertrauen bei den Verbrauchern zu schaffen.

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Abb. 1, 2, 3, 4 & 5 wurde mit Unterstützung von DALL-E von OpenAI generiert.

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